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Weihnachtszeit = Einbruchzeit. Wie man sich vor Einbrüchen schützen kann.

Erstellt von Imke Rausch |

Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Besonders viele Einbrüche ereignen sich in der dunklen Jahreszeit von November bis Februar. Zwischen Mietern und Vermietern ist der Schutz vor Einbrüchen oft ein Streitthema: Welche Maßnahmen sind zulässig, welche nicht? Und wer muss sie bezahlen? Belegt ist: Sicherheitsvorrichtungen schützen effektiv vor Einbrüchen. Rund 40 Prozent der Ganoven geben auf, wenn sie auf Widerstand durch einbruchhemmende Haustüren, Rollläden mit Riegelbolzen oder Terrassentüren mit Einbruchschutzfolie stoßen und der Einstieg zu lange dauert.

Die Montage sollte man einem Fachmann überlassen. Lässt der Vermieter zusätzliche Schutzvorrichtungen installieren, kann er jährlich 11 Prozent der Kosten auf den Mieter umlegen. Da der Eigentümer mit den baulichen Maßnahmen die Bewohner besser vor Diebstahl schützt und so den Wohnwert erhöht, handelt es sich um eine Modernisierung, die der Mieter anteilig mittragen muss. Stellt der Vermieter aber eine Videoanlage auf, so greift er unzulässig in die Persönlichkeitsrechte des Mieters ein, wenn seine Wohnungstür von der Kamera erfasst wird.

Einen Anspruch auf mehr Einbruchschutz hat der Mieter grundsätzlich nicht. Eine Ausnahme kann gelten, wenn bei Nachbarn oder im gleichen Haus schon mehrfach eingebrochen wurde und nachweislich ein erhöhtes Risiko besteht. Ansonsten muss sich der Mieter mit der Ausstattung begnügen, die vorhanden war, als er den Mietvertrag abgeschlossen hat. Natürlich kann der Bewohner selbst ein besseres Schloss oder eine Gegensprechanlage einbauen lassen. Greift er dabei in die Bausubstanz ein, sollte er vorab die Erlaubnis des Vermieters einholen. Außerdem muss er die Vorrichtungen selbst bezahlen und sie wieder entfernen, wenn er auszieht – es sei denn, er hat mit dem Vermieter etwas anderes vereinbart.

Wurde eingebrochen, ist der Mieter verpflichtet, neben Polizei und Versicherung umgehend den Eigentümer zu informieren. Der Vermieter kommt für sämtliche Schäden auf, die an der Wohnung entstanden sind, wie eingeschlagene Fenster oder kaputte Eingangstüren. Meist übernimmt die Einbruch- oder Gebäudeversicherung die Kosten. Für die beschädigte Einrichtung oder gestohlenen Gegenstände des Mieters haftet seine Hausratversicherung. Vorausgesetzt, er hat eine abgeschlossen. Eine Liste der Gegenstände sollte innerhalb von drei Wochen der Versicherung und Polizei vorliegen, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf geurteilt (Az.: I-4 U 195/07). Wer schon vorher eine Liste der eigenen Habseligkeiten erstellt, sie fotografiert und die Quittungen aufbewahrt, kann leichter nachvollziehen, was gestohlen wurde.
Keine Selfies aus dem Urlaub posten

Handelt der Mieter aber grob fahrlässig, lässt er etwa trotz längerer Abwesenheit die Fenster gekippt oder schließt die Wohnungstür nicht richtig zu, kann sich die Versicherung im Schadensfall weigern zu zahlen. Wer nur für kurze Zeit das Haus verlässt und die Tür bloß zuzieht, verwirkt seinen Anspruch nicht, entschied das Oberlandesgericht Nürnberg (Az.: 8 U 3803/69). Versteckt man allerdings den Zweitschlüssel zu offensichtlich unter der Fußmatte oder im Blumenkübel, kann sich der Versicherer laut eines Urteils des Oberlandesgerichts Frankfurt querstellen, den Schaden zu übernehmen (Az.: 3 U 208/00).

Damit Einbrecher kein zu leichtes Spiel haben, sollte man ein paar Dinge beachten: Dunkle, schwer einsehbare Ecken rund ums Haus sollten abends gut beleuchtet sein und hohes Grün an Hauszugängen zurückgeschnitten werden. Außerdem sollten keine Mülltonnen oder Leitern herumstehen, über die Eindringlinge ins Gebäude klettern könnten. Wer verreist, sollte Freunde oder Nachbarn bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren und die Rollläden zu bewegen. Letzteres kann auch eine Zeitschaltuhr übernehmen. Reisende sollten keine Selfies aus dem Urlaub posten oder Kriminelle mit automatischen Antworten des E-Mail-Programms oder Anrufbeantworters darauf stoßen, dass sie nicht zu Hause sind.

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